2006 hat die Landesregierung Schleswig-Holstein den Elisabeth-Mann-Borgese-Meerespreis ins Leben gerufen, um die Möglichkeiten einer verantwortlichen und nachhaltigen Nutzung der Meere aufzuzeigen und um den herausragenden Einsatz einzelner Menschen zu würdigen, die sich in diesem Sinne für die Meere engagieren. Der Preis war mit 20.000,- Euro dotiert und wurde finanziell getragen vom Mare-Verlag, dem GEOMAR, der Lighthouse Foundation und der Nordwestlotto GmbH. Neben wissenschaftlichen Preisträgern wurden Prof. Dr. Klaus Töpfer, Prof. Dr. Biliana Cicin-Sain, Bestseller-Autor Frank Schätzing sowie der EU-Meereskommissar Dr. Joe Borg für ihren politischen und gesellschaftlichen Einsatz für ein nachhaltiges Ozeanmanagement geehrt
.




 
  Nach dem Motto „wir müssen die Ozeane retten, wenn wir uns selbst retten wollen“, gründete die Meereswissenschaftlerin Elisabeth Mann Borgese 1972 auf Malta das „International Ocean Institute“. Das Institut und Borgese haben maßgeblich an der 1982 beschlossenen UN-Seerechtskonvention mitgearbeitet. Als erste und lange Zeit einzige Frau im „Club of Rome“ hat sie auf die Bedrohung des Ökosystems Meer aufmerksam gemacht. Ihrem Engagement ist es maßgeblich zu verdanken, dass im heutigen Seerecht die Meere als Gemeinerbe der Menschheit angesehen werden und dass im August 1996 der Internationale Seegerichtshof in Hamburg seine Arbeit aufgenommen hat.

Foto: Heike Ollertz/ Agentur Focus





 
  Für seine international anerkannten wissenschaftlichen Arbeiten im Bereich der marinen Geowissenschaften.wurde Erwin Suess der Elisabeth-Mann-Borgese-Preis 2006 verliehen. Suess ist ein vielfach ausgezeichneter Meeresforscher, der maßgebliche Beiträge zur Erforschung der Prozesse in den Ozeanen geleistet hat. Er ist der Pionier der marinen Gashydratforschung in Europa und hat Deutschland auf diesem zukunftsweisenden Forschungsgebiet in eine internationale Spitzenposition gebracht.

Foto: Archiv GEOMAR


 
  Der ehemalige Exekutiv-Direktor der UN-Umweltbehörde (UNEP) und Ex-Umweltminister Klaus Töpfer wurde mit dem Preis ehrenhalber für sein politisches und ehrenamtliches Engagement für die Meere und den Meeresschutz ausgezeichnet. In seinen verschiedenen Ämtern und Funktionen war er streitbarer Vorreiter und öffentlich aktiver Lobbyist für die Meere, deren Schutz er konsequent als oberster Umweltschützer bei den Vereinten Nationen betrieben hat.

Foto: Stephan Röhl (CC BY-SA 2.0)





 
  Boris Worm erhielt den Meerespreis für seine bemerkenswerte Auswertung und Analyse zur Überfischung der Weltmeere und zur Rolle der marinen biologischen Vielfalt. Worm studierte von 1990 bis 1996 Meeresbiologie in Kiel und arbeitete von 1997 bis 2000 als Doktorand am Institut für Meereskunde in Kiel. Seit 2004 ist er Professor für Meeresbiologie an der Dalhousie University im kanadischen Halifax. Seine wissenschaftlichen Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet.

Foto: Danny Abriel


 
  Den Ehrenpreis 2007 erhielt die US-Amerikanerin Biliana Cicin-Sain. Damit wurde ihre Rolle als Initiatorin und Mitbegründerin des "Global Forum on Oceans, Coasts and Islands" und als Direktorin des "Gerard J. Mangone Center für Marine Policy" in Delaware/USA gewürdigt. Seit vielen Jahren engagiert sie sich für ein gerechtes Ozeanmanagement. Sie wurde in Italien geboren, verbrachte ihre frühe Kindheit in Argentinien und immigrierte danach in die USA.

Foto: privat






 
  Frank Schätzing erhielt die Auszeichnung 2009 für die Verbindung von maritimer Wissenschaft und Fiktion in seinem Roman „Der Schwarm“. Der Roman, für den Schätzing ausgiebig am GEOMAR recherchierte, verarbeitet aktuelle maritime Forschungsfelder und Zusammenhänge, die die besondere Rolle der Ozeane für die Menschen erzählerisch darstellen. „Der Schwarm“ wurde als Bestseller mit einer Auflage von über vier Millionen von einer großen internationalen Öffentlichkeit angenommen und in 18 Sprachen übersetzt.

Foto: Raimond Spekking (CC BY-SA 4.0)


 
  Der ehemalige Außenminister seines Landes Malta Joseph (Joe) Borg wurde für sein Engagement für einen integrativen Ansatz in der maritimen Politik gewürdigt. Als erster Fischerei- und Meereskommissar der EU setzte er sich für die Umsetzung einer integrierten Meerespolitik in Europa ein. Dank seines Einsatzes hatte sich die europäische Meerespolitik von isolierten Einzelpolitiken in weniger als fünf Jahren zu einem vorbildlichen integrativen europäischen Politikfeld entwickelt.

Foto: Archiv GEOMAR


 
  Hans Hass erhielt den Preis für sein Lebenswerk und seine Pionierarbeit als erster Forschungstaucher und -filmer. Er trug zur Entwicklung der Flossen und Atemgeräte bei und wirkte auch an der Konstruktion der ersten Unterwasserkameras mit. Mit einer Mischung aus Naturdokumentation und Abenteuerfilm hat Hans Hass die Unterwasserwelt popularisiert und in die Wohnzimmer gebracht. Er produzierte in den 50iger und 60iger Jahren über 100 Unterwasserfilme und schuf damit den ersten Zugang zu Meerestieren, die zuvor so fremd waren wie Außerirdische.

Foto: Archiv GEOMAR

   
       
   
   
Über den Deutschen Meerespreis | Impressum und Kontakt